Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) by Various

25. März 1422.

Wir Albrecht von Hohenlach bekennen, verjehen und thun kunt offenlich mit disem briff vor allermeniclich fur uns, alle unser erben, als die wolgeboren unser liebes swesterlein Margareth, burggreffin zu Maydburg etc., genant von Brawneck, fur sich, ir erben, in solicher angeborner liebe, fruntschafft und wolgetrawen, als si dann vor andern lewten zu uns hat, und auch allzeit haben mag und sol, uns unsern erben eingeben hat ir herschafft, lewt und gut nach lawt und sage des versigelten briffs, mit solicher burgschafft dorynn begriffen, den wir unserm liben swesterlein dorumb geben haben; in demselben unserm briff ir von uns gegeben in zweyen zeylen getyligt und abgeschabt und dach mit einer hant und schrift in solich abschabung wider geschriben ist, das alles also ungeverlichen an alle arglist geschehen und zugangen ist und dieselben wort sich also anheben, in der ersten abgeschabten zeyl: _ir und iren erben, ir herschafft, lewt und gut wider eingeben_, und die ander abgeschabt zeyl hebt sich also an: _die obgenant unser liebe swesterlein alle ir erben dartzu alle ir helffer, oder wem sis bevelhen_. Also bekennen wir fur uns und unser erben, das dieselbe abschabung geschehen ist mit unserm gutem wissen, und sol auch dem obgenanten unserm swesterlein, iren erben an demselben irem briff nicht schaden bringen, und wir ader unser erben noch nyemancz von unsern wegen uns dowider nicht behelffen mit deheinen sachen, das unserm swesterlein oder iren erben zu schaden kumen mochte, on geverde. Des zu einem waren urkunde so haben wir unser[383] eigen insigel mit guter wissen an disen briff tun hencken, der geben ist von Cristi geburt vierczehenhundert und in dem zwei und zwentzigstem jare am mitwochen nechst nach dem suntag Letare. Urschrift auf Pergament mit grünem Wachssiegel B 15, 2, 65 im gräfl. Haus-Archiv zu Wernigerode. Das grüne Wachs ist nach innen vertieft in das gelbe eingelassen, so daß das Siegel concav erscheint. Darstellung: die beiden rechtsschreitenden hohenloheschen Leoparden übereinander im unbehelmten Schilde; darum ein Dreipaß, aus dessen drei Winkeln sog. Eselsrücken in den Kreis der Umschrift hineinragen; letztere in gothischer Minuskel, nur unvollkommen lesbar: ~s’ alb..., de h - oenloch~ ⁑) /Wernigerode./ /Jacobs./ FUSSNOTE: [383: Die Worte von /so/ bis /unser/ stehen auf einer Rasur.] Zu einem vermeintlichen Lutherspruche[384]. 15 Æ 96. Her gott durch deine güte Bescher Schwartze mentel vnd grüen Hütte, ein Schon weib, vil Rinder wentzig (_wenig_) Kinder einen guten mut vffen winter Einen Zobeln Hudt. Wolff von Stehau (_Stechau_) D. b. Aus dem Stammbuche des Hans Ludwig von Sperwerseck zu Steinreinach und Schneit, „consiliarius provincialis, praeses in Burglengenfeld, pro tempore orator et legatus Principis Palatini“. (Bibliothek des german. Museums Nr. 16280. 4. Bl. 60.) /Dr. Frommann./ FUSSNOTE: [384: S. Anzeiger f. K. d. d. V. 1878, Nr. 1, Sp. 16.] (Mit einer Beilage.) Verantwortliche Redaction: Dr. /A. Essenwein/. Dr. /G. K. Frommann/. Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. Gedruckt bei /U. E. Sebald/ in Nürnberg. BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.