Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) by Various

2. Der Görlitzer Rath verwendet sich 1520 vig. ascens. dni. (16. Mai)

für denselben Künstler bei dem obersten Hofrichter des Königreichs Böhmen, Herrn Peter Berka von der Daube (Duba) auf Leipa, wegen einer Summe von 4 Floren 8 Groschen, die er dem Juden Simon schuldig sein sollte. Dieser hätte dem Goldschmiede Barren (Orig. borren) für „Venedisch Gut“ verkauft, es befände sich aber nicht also. (Nach dem Concept im liber missivarum von 1520.[516] Die Identität des Meisters Florian mit dem Sohne des Veit Stoß unterliegt kaum einem Zweifel, zumal auch sonst kein Goldschmied dieses Namens in Görlitz vorkommt.[517] /Bunzlau./ Dr. /Ewald Wernicke./ FUSSNOTEN: [515: Vergleiche Anzeiger 1879, Nr. 7, Sp. 204.] [516: Auch der Bildhauer Hans Olmützer von Görlitz war 1498 beim Hofgericht vom Juden Mandel wegen einer Schuld verklagt worden; cf. Anzeiger 1876, Sp. 168.] [517: Die in der Kundschaft des Meisters H. Kelner ausgelassenen Worte (Sp. 110) heißen: briues tzeyger (Vorzeiger des Briefes).] Zur Geschichte der Hausmarken[518] Der Magistrat von Görlitz veröffentlicht die Aussage von Rathsfreunden, daß sie eine Tonne Heringe, mit diesen /Gemerken/ [3 Symbole] bezeichnet, welche Hans Stuel von Kottwitz verkauft hätte, besichtigt und „darinnen böse, untüchtig Gut, damit ein Kaufmann den andern nicht gewähren kann,“ befunden. Darauf ist der Inhalt dem Nachrichter zur Beseitigung übergeben worden. 1528, Sonnabend nach Circumcisionis (4. Januar). (Lib. missiv. s. v. Heringe gebracht.) /Bunzlau./ Dr. /Ewald Wernicke./ FUSSNOTE: [518: Vergleiche Anzeiger 1879, Nr. 7, Sp. 204.] Sprüche auf alten Trinkgläsern und Flaschen. Wer dieses Glas Zerbricht darff Es Bezahlen nicht Nur ein anders wie daß außgesehen Sohl zur Straff an Seiner Stelle stehen. Wer aus mir tr[in]ckt Zu ite (_jeder_) Zeyt den gesegne die heiliche Drei faltigkeit. /Stockerau/ in Niederösterreich. /C. M. Blaas./ (Mit einer Beilage.) Verantwortliche Redaction: Dr. /A. Essenwein/. Dr. /G. K. Frommann./ Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. Gedruckt bei /U. E. Sebald/ in Nürnberg. BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.