Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) by Various

2. Bd., S. 13.) Das ehemalige Gebäude gehörte dem Uebergangsstile an,

wovon noch Spuren vorhanden sein sollen; das jetzt stehende wurde 1671 errichtet. Der Architekt /Melchior Werner/ aus /Neiße/ baute es und erhielt außer Beköstigung 3 [Symbol: Reichstaler] pro Woche und 3 Achtel Bier, der Parlier außer Kost 2 [Symbol: Reichstaler], jeder Maurer 10, jeder Handlanger 4 Sgr. und Station. (Potthast, Rauden, S. 84.) -- 1775 malt /Sebastiani/ den großen Speisesaal (ebd. 119. 137), auch die Pfarrkirche wie anderes in dem Städtchen Ober-Glogau. (ebd. 137.) -- 1718, resp. 1767, sind in Rauden zur Herstellung von Gemälden und Porträten engagiert der Maler /Sedleczky/ und der akademische Künstler’ J. H. Deppé (ebd. 262.) /Walstatt/ (1707-23 gebaut). Das Hochaltarbild stammt von /de Baker/, Maler des Fürstbischofs Franz Ludwig, Pfalzgrafen bei Rhein, und stellt dar die Auffindung der Leiche Herzog Heinrichs des Frommen auf dem Schlachtfelde. (Büsching, a. a. O., S. 69.) Für dieselbe Klosterkirche arbeiteten der Maler /Brandel/ (cf. Grüssau) und der Bildhauer /Hiernle/ aus Böhmen. (ebd. S. 70.) Hiemit seien nun diese „Beiträge“ einstweilen abgeschlossen. Sofern sich mir wieder Gelegenheit bieten sollte, ein städtisches Archiv der Provinz nach dieser Richtung hin untersuchen zu können, sollen die Resultate davon an gleicher Stelle ihren Platz finden. Aus Liegnitz und Görlitz hoffe ich demnächst noch Aufschlüsse über die Renaissanceperiode zu gewinnen. /Brieg./ Dr. /Ewald Wernicke./ FUSSNOTEN: [124: Nach Kastner’s Neißer Geschichtsfreund I, 1 wurde am 7. oder