Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) by Various

29. November 1878.) -- Die Münzen sind schon verkauft.

(Blätter für Münzfreunde, Nr. 74) 23) Am 31. Januar 1879 wurde in Osnabrück auf einem Grundstücke ein kleiner Topf mit einigen Hundert /Silbermünzen/ gefunden. Anscheinend besteht der Fund der Mehrzahl nach aus niederländischen Stücken, so Münzen Philipp’s des Kühnen, Grafen von Flandern (1384-1400). Ferner sind darunter Münzen des Grafen Wilhelm von Hennegau (1404-1417), dann des Herzogs Johann von Brabant, wozu dann noch eine Reihe von Bischofsmünzen kömmt. (ebendas. nach der Neuen Magdeb. Ztg.) 24) Aus Weimar geht uns von Dr. Paul Mitzschke Nachricht über einen Goldmünzenfund zu, welcher zu Naumburg am Ottmarswege gemacht wurde, in der Nähe einer andern Fundstätte, die vor einigen Jahren alte Silbermünzen geliefert hatte. Im Keller eines niedergerissenen kleinen Hauses wurde ein thönernes Gefäß gefunden, aber zerschlagen und unbeachtet zur Seite geschafft, in welchem sich Münzen befanden, von denen 36 Stück von Gold und einige Silbermünzen, nachdem die Arbeiter den Fund anfangs verheimlicht hatten, zu Tage gekommen. Die Goldstücke sind größtentheils aus den geistlichen Prägestätten des westlichen Deutschlands im 14. und der ersten Hälfte des 15. Jahrh. hervorgegangen. Am zahlreichsten ist Trier vertreten durch 12 Stücke des Erzbischofs Werner (1388-1418), dann Mainz mit 11 Stücken von Johann II. (1397-1419) und Konrad III. (1419-1434), Köln durch 7 von Erzbischof Friedrich III. (1370-1414) und Dietrich II. (1414-63); Herzog Reinhold von Jülich und Geldern (1402-23) ist durch 2, Pfalzgraf Ludwig III. (1410-36) durch 1, Kaiser Sigismund durch 1 in Frankfurt geprägtes Stück vertreten. Die Zeit der Vergrabung des Schatzes mag in die Hussitenzeit (1419-34) oder vielleicht in die des Bruderkriegs (1445-51) fallen. 25) In Ulm hat im Laufe des vorigen Monats eine Ausstellung stattgefunden, welche, von Dr. v. Weißenbach aus Nürnberg veranstaltet, die Geschichte der vervielfältigenden Künste in neun Sälen des künftigen Gewerbemuseums in trefflicher Weise zur Darstellung brachte und allen Mittheilungen zufolge die bekannte Ausstellung des Nürnberger Gewerbemuseums, auf welcher der Veranstalter den Grund zu seinen Sammlungen gelegt hatte, weit übertraf. 26) /Würzburg/, 18 Febr. Heute kamen hier viele bedeutende Antiquare zusammen, um der Versteigerung der berühmten Bibliothek des verstorbenen Domdechants Dr. Reismann, in Vereinigung mit der Bibliothek des verlebten Bischofs v. Reismann, anzuwohnen. Es wurden diese beiden Bibliotheken um hohen Preis an die Antiquare Heß von Ellwangen und Völker von Frankfurt verkauft. Die Hauptzierden derselben bildeten die berühmte Londoner Polyglotte von Walton, die vollständige Sammlung der griechischen Kirchenväter, kostbare Orientalia und ein Band mit den seltensten Drucken aus den Anfängen der Buchdruckerkunst. (Korresp. v. u. f. Deutschl., Nr. 98.) 27) Die Société des arts et des sciences zu /Utrecht/ hat eine Reihe von Preisen zu 300 Gulden für Lösung verschiedener wissenschaftlicher Fragen ausgeschrieben, darunter aus dem Gebiete der Geschichte: eine Biographie Ludwigs von Beaufort, mit besonderer Berücksichtigung seiner historischen Arbeiten, sowie: Untersuchungen über die evangelischen Prediger und Predigten bei der niederländischen Gesandtschaft in Frankreich zur Zeit der Republik der vereinigten Provinzen. Termin zur Einsendung 1. Dec. 1879. Verantwortliche Redaction: Dr. A. /Essenwein/. Dr. G. K. /Frommann/. Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. Gedruckt bei U. E. /Sebald/ in Nürnberg. ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT. Neue Folge. Sechsundzwanzigster Jahrgang. [Illustration] =Nürnberg.= Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten Postconvention bei allen Postämtern und Buchhandlungen _Deutschlands_ incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24 fl.-Fuss oder 6 _M_. Für _Frankreich_ abonniert man in Paris bei der deutschen Buchhandlung von F. Klincksieck, Nr. 11 rue de Lille; für _England_ bei Williams & Norgate, 14 Henrietta-Street Covent-Garden in London; für _Nord-Amerika_ bei den Postämtern Bremen und Hamburg. Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist. Anstalt des Museums, /F. A. Brockhaus/ in Leipzig, befördert. ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.